Kasimir und Karoline (2010)

Regie: Hans Gysi

"... denn die Liebe höret nimmer auf"

 

ein Volksstück von Ödon von Horvàth

 

Gegeben wird eine „traurige Ballade, grundiert mit Humor“, die in den Dreissigerjahren des letzten Jahrhunderts spielt, während eine Wirtschafts- krise von gigantischem Ausmass die Welt erschüttert. Gleichzeitig ist

"Kasimir und Karoline" ein aktuelles Stück, das gut zu der gegenwärtigen globalen Krise passt. Ein Stück, das sich mit dem Drang des Menschen nach Höherem befasst, verkörpert durch das Bild des Zeppelins, der über die Köpfe der Besucher des Herbstrummelfests brummt.

 

„Eines Tages werden wir alle fliegen“, sagt Karoline. Doch Kasimr steht der Sinn nicht nach Höherem, denn er ist gerade abgebaut worden und will unter keinen Umständen feiern.

 

Ein Jahrmarkt

 

„Kasimir und Karoline“ ist ein Stationendrama mit über hundert Kurz- und Kürzestszenen, mit Zwischenspielen und musikalischen Intermezzi. Nach Horvath "ein Volksstück", dessen Motto „... denn die Liebe höret nimmer auf" arg zerzaust und ins Gegenteil verkehrt wird. Die Entzauberung der verheissungsvollen Liebesgeschichte des Paars Kasimir und Karoline passiert ausgerechnet während des Herbstfestes, zum Zeitpunkt des schaurigen Vergnügens, wo die Sehnsucht am intensivsten ist und wo Freiraum offen scheint.

 

Die Liebe ist eine Himmelsmacht

 

Kasimir fühlt sich wegen seiner Arbeitslosigkeit nicht mehr geliebt. Karoline kann seinem Misstrauen und Pessimismus nichts entgegensetzen. Im Gegenteil: Sie lässt sich auf merkwürdige Amüsierangebote ein. So werden wir Zeuge, wie die Liebe der beiden den schwierigen Zeiten nicht standhält und sie auf verschiedenen Wegen nach ihrem eigenen Glück streben. Die Sprache hilft ihnen nicht, sich zu verständigen, sondern bringt sie noch mehr auseinander. Mit der Problematik des Scheiterns in der Kommunikation zwischen Kasimir und Karoline greift Horvath eine Thematik auf, die an Aktualität nichts eingebüsst hat.

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